Warum Training für berufstätige Frauen kein Luxus ist, sondern Ausgleich

Ein Gastbeitrag von Nico Fichtler, Personal Trainer aus Hannover 

Ich trainiere seit einigen Jahren mit Menschen, die beruflich und familiär stark eingespannt sind – viele davon Führungskräfte und Unternehmerinnen mit vollem Kalender und wenig Zeit für sich selbst. Ein Muster begegnet mir dabei immer wieder, quer durch alle Berufe: Sport ist meistens das Erste, was gestrichen wird, wenn der Alltag eng wird. Und das, obwohl es genau das ist, was am meisten helfen würde. 

Der Denkfehler: Training als Zusatzbelastung 

Viele berufstätige Frauen, mit denen ich gesprochen habe, empfinden Training zunächst als weiteren Punkt auf der To-do-Liste. Ein Termin mehr in einer Woche, die eh schon voll ist. Dabei ist es genau umgekehrt gedacht. 

Training ist kein zusätzlicher Stressor – es ist der Ausgleich zum Stress, der ohnehin da ist. Wer regelmäßig trainiert, berichtet mir fast durchgängig von denselben Effekten: klarerer Kopf, mehr Energie am Nachmittag, besserer Schlaf, weniger Grübeln am Abend. 

Warum Kraft besonders für Frauen im Job unterschätzt wird 

Ausdauertraining wird oft mit Stressabbau in Verbindung gebracht – Krafttraining seltener, dabei ist es genauso wirksam. Kraft gibt nicht nur körperlich Stabilität, sondern auch das Gefühl, dem eigenen Alltag gewachsen zu sein. Gerade Frauen in Führungs- oder Verantwortungspositionen berichten mir, dass sich dieses körperliche Selbstvertrauen direkt auf ihr Auftreten im Job überträgt. In meinem Training für Berufstätige steht dieser Effekt oft mehr im Fokus als reine Optik. 

Der wichtigste Faktor: Realistische Integration 

Das größte Trainingshemmnis ist selten fehlende Motivation. Es ist fehlende Passung zum Alltag. 30 bis 60 Minuten, die wirklich in die Woche passen, bringen mehr als ein perfekter Plan, der nach zwei Wochen scheitert, weil er unrealistisch war. 

Deshalb lohnt es sich, das Training so zu gestalten, dass es zum eigenen Kalender passt – nicht umgekehrt. Ob das frühmorgens ist, in der Mittagspause oder abends nach dem letzten Meeting: Entscheidend ist, dass es überhaupt stattfindet.

Fazit 

Training ist für berufstätige Frauen kein Nice-to-have, das man sich erst verdienen muss, wenn genug Zeit übrig ist. Es ist die Grundlage dafür, dass im stressigen Alltag überhaupt noch Energie übrig bleibt – für den Job, für die Familie, für einen selbst. 

Nico Fichtler ist Personal Trainer in Hannover und auf Training für Berufstätige und Führungskräfte spezialisiert. Mehr über sein Training findest du auf https://fichtler-personaltraining.de

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